Zitronenmelisse (Melissa officinallis)

Bild Zitronenmelisse
1. Beschreibung Die Zitronenmelisse gehört zu den Lippenblütler (Lamiaceae) und stammt aus dem Mittelmeergebiet. Die Stiele sind vierkantig, die Blätter eiförmig mit Zacken, die Blüten weißgelblich bis ganz weiß. Ihre Inhaltstoffe sind vor allem ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe, Glykosid, Saponin und Thymol. Melisse bekommt einen ausgeprägten zitronigen Duft wenn man die Blätter zerreibt, daher wird sie oft nur Zitronenmelisse genannt.
Die drei Hauptsorten der Zitronenmelisse sind: Gelbbunte Zitronenmelisse (Melissa officinalis Variegata) mit einer gelbgrünen Blattzeichnung, die Goldene Zitronenmelisse (Melissa officinalis Aures) mit einer goldgelben Blattfarbe und die Kompatke Zitronenmelisse (Melissa officinalis Nana), welche auffallend kompakt wächst.

2. Anbau Die Zitronenmelisse ist eine genügsame, unempfindliche Pflanze, welche sich sowohl im Garten als auch im Topf wohlfühlt. Im Garten benötigt sie einen sonnigen Platz mit nährstoffreichem, wasserdurchlässigen Boden. Ausgesäht wird im Frühjahr in Reihen oder in Töpfen. Vermehrt wird durch Stecklinge oder Teilung. Mischkulturen mit anderen Kräutern sind möglich.

3. Ernte Die Melisse sollte bis zu dreimal im Jahr geerntet werden, hierfür schneidet man die größten Stängel (am besten vor der Blüte) etwa 10 cm über dem Boden ab und hängt sie zum trocknen an einen luftigen, trockenen Ort auf.

4. Verwendung Melisse wurde schon in der Antike gegen Melancholie verwendet. Heutzutage wird sie meist in Form des Melissengeistes angewendet, z.B. bei Koliken oder Verdauungsproblemen. Ohne Alkohol hilft Melisse in Form von Melissentinktur oder -tee. Melissenöl wird oft für Aromatherapien gegen Nervosität, Depressionen und Schlaflosigkeit verwendet.

5. Hausmittel
  • Melissentee:
    Eine Handvoll Melissenblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Trinken Sie bei Bedarf bis zu drei Tassen am Tag.
    Wird dieser Tee am Abend getrunken, sollte man einen angenehmen Schlaf haben. Morgens hingegen wirkt dieser Tee belebend und gibt Stärke.
    Melissentee kann die Atmung bei Erkältungen oder Asthma verbessern und erleichtern. Hinzu wirkt er entkrampfend auf Magen und Darm und kann daher auch bei Periodenschmerzen Linderung bringen.
    Ein in Melissentee getränktes Tuch kann äußerlich als Umschlag oder Kompresse bei z.B. Geschwüren, Stiche, Beulen oder blauen Flecken verwendet werden.
  • Melissenessenz:
    Eine Handvoll zerkleinerter, frischer Melissenblätter in ca. 250 ml Korn (Schnaps) ansetzen und ca. 10 Tage ziehen lassen. Danach die Blätter abseihen und die Essenz in einer dunklen Flasche aufbewahren.
    Diese Essenz kann auf schmerzende Körperstellen gerieben werden oder bei Bedarf auf einem Zuckerwürfel tropfenweise eingenommen werden.
  • Melissengeist:
    500 g getrocknetes Kraut, die Schale einer abgeriebenen Zitrone, 1 Tl Engelwurzwurzel und wenige Nelken in eine Flasche geben und mit einem Liter Wodka aufgießen. Diese Mischung ca. zwei Wochen an einem warmen Platz ziehen lassen, abseihen, gut verschließen und nochmals 2 Monate ziehen lassen.
    Melissengeist ist ein weitverbreitetes Hausmittel bei Erkältungen, Verdauungsproblemen, Beschwerden mit dem Herz, Magen, Kopf uvm. Er wird bei Bedarf tropfenweise angewendet.
    Äußerlich kann der Melissengeist bei rheumatischen Beschwerden, schmerzenden Gliedern oder Prellungen verwendet werden. Man reibt die schmerzende Stelle mit wenig Melissengeist ein und lässt es gut einwirken.
  • Melissenöl:
    Ätherisches Melissenöl wird bei Aromatherapien verwendet. Zu Hause kann es in einer Duftlampe als Entspannungshilfe dienen.
    Zum Einschlafen soll es helfen 30 Tropfen Sonnenblumenöl mit 3 Tropfen Melissenöl gut mischen und in einem Glas aufbewahren. Vor dem zu Bett gehen werden 5 Tropfen davon auf ein sauberes Tuch gegeben welches um den Bauch gewickelt wird.








Hinweis: Diese Webseite ist eine Sammlung von Informationen über früher und aktuell benutzte Hausmittel. Sie stellt in keiner Weise Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch Ärzte oder Apotheker dar. Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Mittel wird nicht garantiert. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer an einen Arzt oder Apotheker.

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