Ringelblume (Calendula officinalis)

Ringelblume Ringelblume
1. Beschreibung Die Ringelblume gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist eine einjährige, krautige Pflanze. Ihre Blüten sind leuchtend Gelb bis Orange, weshalb sie auch in vielen Gärten als Zierpflanze zu sehen ist. Die Stängel ist kantig und behaart, meist wird er ca. 50 cm hoch, die Blätter daran wachsen wechselständig und sind sehr aromatisch. Die Hauptinhaltsstoffe der Ringelblume sind Calendula-Sapogenin, Flavonoide, ätherische Öle, Bitterstoffe, Carotinoide und Triterpensaponine.

2. Anbau Die Ringelblume ist eine anspruchslose Pflanze. Bevorzugt wird ein sonniger, humoser Boden. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr direkt ins Freiland. Mischkulturen sind besonders mit Erbsen, Gurken, Kohl und Möhren sinnvoll.

3. Ernte Bei der Ringelblume werden nur die voll blühenden, trockenen Blüten ohne Stielansatz gesammelt. Diese sollten dann schnellstmöglich getrocknet werden, damit die Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

4. Verwendung Die Ringelblume kann sowohl äußerlich, als auch innerlich eingesetzt werden. Die Blüte wird oft zur Wundheilung eingesetzt, was erklärt warum die Ringelblumensalbe so beliebt ist. Als Heilkraut gilt sie als entzündungshemmend, antibakteriell, pilztötend und wundheilend.


5. Hausmittel

Ringelblumengeist:
Hierfür werden 250 g frische Blüten und 1 L Weingeist (hochprozentiger Alkohol aus der Apotheke) angesetzt. Die Mischung wird zwei Wochen an einem sonnigen Platz aufbewahrt und täglich geschüttelt. Blüten abseihen, in 750 ml abgekochten Wasser für ca. 3 Stunden ziehen lassen und wieder abseihen. Den Weingeist und das Wasser mischen, in Flaschen füllen und aufbewahren.

Ringelblumentee:
2 Tl frische oder getrocknete Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und eine viertel Stunde ziehen lassen, danach abseihen. Bei Bedarf 2 - 3 Tassen täglich trinken.
Dieser Tee wird bei Gallenbeschwerden, zur Stärkung der Verdauungsorgane, bei Übelkeit und Magengeschwüre angewendet. Kopfschmerzen, Periodenschmerzen oder Schwindelanfälle sollen gemildert werden.
Äußerlich kann der Tee für Umschläge, Waschungen oder als Badezusatz verwendet werden.

Frische Ringelblume:
Diese werden z.B. als Brei bei Warzen verwendet. Hierfür werden frische Blüten mit etwas Salz zu einem Brei zerstoßen und auf die Warze aufgetragen.

Ringelblumenöl:
Das Ringelblumenöl benötigt man für die Herstellung der Ringelblumensalbe. Aufgrund der desinfizierenden, wundheilungsfördernden und entzündungshemmenden Eigenschaften des Calendulaöls, kann man es aber auch direkt bei Hautproblemen, wie z.B. Schürf- und Schnittwunden, Ausschlägen oder Ekzemen verwenden.
Um das Öl herzustellen gibt es zwei Möglichkeiten. Den Kaltauszug oder den Warmauszug.
Für den Kaltauszug benötigt man einige Wochen Zeit. Hierfür werden die voll in der Blüte stehenden Ringelblumenblüten gezupft und die Blütenblätter in ein verschließbares Schraubglas gegeben. Nun mit einem hochwertigen Olivenöl, kaltgepresstem Sonnenblumenöl, aber auch Distel- oder Rapsöl aufgießen, bis alles bedeckt ist. Das Öl nun 4 - 6 Wochen an einem warmen Ort ziehen lassen und dabei täglich schütteln, um eine Schimmelbildung zu vermeiden. Anschließend durch ein Tuch, Sieb oder Kaffeefilter abseihen und weiter verwenden oder an einem dunklen Ort aufbewahren.

Ringelblumenöl kaltauszug, Ringelblumenblüten zupfen
Ringelblumenöl kaltauszug, Öl ansetzen
Ringelblumenöl kaltauszug selber machen
Ringelblumenöl kaltauszug, abseihen
Der Warmauszug geht schneller und man kann, z.B. bei der Salbenherstellung, das warme Öl gleich im Anschluss verwenden.
Je 10 g frische Ringelblumenblätter (oder 5 g getrocknete), 50 ml Öl (kaltgepresstes Sonnenblumenöl, hochwertiges Olivenöl, Distel- oder Rapsöl) in einen kleinen Topf oder Schüssel geben und im Wasserbad (max. 30 Grad) eine halbe Stunde ziehen lassen. Dabei gelegentlich umrühren. Anschließend durch ein Tuch, Sieb oder Kaffeefilter abseihen und an einem dunklen Ort aufbewahren oder gleich weiter verwenden.

Ringelblumensalbe:
Für die Herstellung der beliebten Ringelblumensalbe benötigt man Ringelblumenöl (siehe oben), Bienenwachs, evtl. einen weiteren Konsistenzgeber, wie z.B. Sheabutter, Kakaobutter oder Lanolin und verschraubbare, saubere Tigel oder Gläschen.
Hygiene ist bei der Salbenherstellung sehr wichtig!
Pro 50 ml Öl gibt man 3 - 4 g Bienenwachs, oder anteilig weniger Bienenwachs und dafür noch einen anderen Konsistenzgeber in ein Wasserbad geeignetes Gefäß und lässt alles bei max. 30 Grad miteinander verschmelzen. Die flüssige Salbe in abfüllen und aushärten lassen. Um die Konsistenz der Salbe vorher zu prüfen und gegebenenfalls nochmal zu ändern (durch nochmalige Zugabe von Öl für ein weicheres Ergebnis, oder Bienenwachs für ein festeres) tröpfelt man ein zwei Tropfen vor dem Abfüllen auf ein Holzbrett und testet die Salbe vorweg.

Ringelblumensalbe selber herstellen
Ringelblumensalbe herstellen, erwärmen
Konsistenztest bei der Salbenherstellung
Ringelblumensalbe abfüllen
Sie eignet sich für die Behandlung von Hautproblemen wie Akne, Fußpilz, Aufschürfungen, Schnittwunden, Sonnenbrand, kleinere Verletzungen, Verstauchungen, blaue Flecken, Wundliegen oder Krampfadern.

Ringelblumenblüten







Hinweis: Diese Webseite ist eine Sammlung von Informationen über früher und aktuell benutzte Hausmittel. Sie stellt in keiner Weise Ersatz für Beratungen oder Behandlungen durch Ärzte oder Apotheker dar. Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Mittel wird nicht garantiert. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer an einen Arzt oder Apotheker.

Anzeige


Anzeige