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Komet Tempel 1

Tempel 1 ist ein kurzperiodischer Komet, der ursprünglich aus dem Kuipergürtel stammt.

Durchmesser: 4 - 14 km
Umlaufdauer: 5,5 Jahre

Am 4. Juli 2005 um 7:52 Uhr MESZ schlug ein 372 kg schweres Projektil der Nasa aus Kupfer in den Kometen Tempel 1 ein. Das Ganze lief unter dem Namen Mission Deep Impact. Deep Impact heisst auch die Sonde, welche das Projektil abschoss.

Hauptsächliches Ziel war es, näheres über Zusammensetzung und Struktur des Kometen zu erfahren. Wichtig ist dies, da Kometen Zeitzeugen aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystemes sind und uns viel über dessen Frühphase verraten können. Auch sind Kometeneinschläge vor 4,5 - 4 Milliarden Jahren wohl dafür mit verantwortlich, dass Wasser auf der Erde in so großen Mengen vorhanden ist. Denn Kometen bestehen zu einem großen Teil aus Eis. Einige Wissenschaftler vermuten sogar in Kometen komplexe organische Moleküle wie Animosäuren, eine Vorstufe des Lebens, die diese auf die Erde gebracht haben könnten. Diese These ist umstritten und könnte durch den Versuch widerlegt oder untermauert werden.

Vor dem Einschlag:

Tempel 1 vom Projektil aus gesehen, kurz vor dem Einschlag.
Foto: Nasa

Tempel 1 als Ganzes.
Foto: ESO

Der Einschlag war ein Volltreffer, genau da, wo man ihn haben wollte. Das Projektil wurde nicht in den Kometen geschossen, sondern auf dessen Bahn gebracht, woraufhin Tempel 1 es mit einer Geschwindigkeit von 37 000 km/h rammte.
Folgende Erkenntnisse hat man bislang aus der Mission bereits gewonnen:
Der Komet enthält tatsächlich Wasser in Form von Eis. Er ist dicht gepackt und sehr solide. Es hätte auch passieren können, dass das Projektil ohne Spuren zu hinterlassen von einem weichen Körper einfach verschluckt wird oder diesen gar durchschlägt. Dem war nicht so, es stieg eine eindrucksvolle Wolke aus Eis und Staub auf, welche sich mit halber Schallgeschwindigkeit ausbreitete. Die Wolke, welche einen Durchmesser von über 10 000 km erreichte, war sehr hell und daher mit Teleskopen gut zu erfassen. Die Helligkeit wurde nicht durch eigenes Leuchten, sondern durch die Reflektion des Sonnenlichtes hervorgerufen, denn Eis reflektiert ja bekanntermaßen gut. Dabei war die ausgedehnte Wolke sehr dünn, nach irdischen Verhältissen fast ein Vakuum. Wenn sich das ausgestoßene Material durch den Einschlag erhitzt haben sollte, dann nur sehr kurz, von einer raschen Wiederabkühlung gefolgt.


Vor und nach dem Einschlag.
Fotos: ESO

Es wurde von manchen Stellen befürchtet, dass der Einschlag Tempel 1 von seiner Bahn ablenken könnte. Dies geschah tatsächlich, allerdings nur um kaum erwähnenswerte 10 Meter. Was wenig verwunderlich ist, da das Projektil von der Größe einer Waschmaschine in einen Kometen von der Größe einer mittleren Stadt einschlug. Man könnte auch sagen, dass der Komet von der ganzen Aktion quasi gar nichts mitbekommen hat. Der erlittene Masseverlust ist unerheblich.
Dennoch war die Mission auch ein erster Versuch für den Notfall, wenn sich ein Komet oder Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde befände. Mit einem entsprechend größeren Projektil und einer ausreichend langen Vorbereitungsdauer könnte ein solches Objekt durchaus genügend abgelenkt werden, um dann die Erde zu verfehlen.

Einen Tag später: Die innere Hülle (Koma) um den Kern ist immer noch aktiv, die ausgestoßene Wolke nimmt bereits einen riesigen Raum ein.
Foto (Infrarot): ESO, die Skala ist in Kilometer

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Der Einschlag von der Sonde Deep Impact aus gesehen.
Foto: Nasa

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